Seite 7, 30er/40er Jahre: Freiburg und die Deutschlandflüge
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Otto Frei und sein Copilot Fritz Engel
Wie schon erwähnt, sind die „Deutschlandflüge" kein Ergebnis der vormilitärischen Planungen des „Dritten Reiches". Sie wurden bereits 1925 ins Leben gerufen, fußend auf der Tradition des „Lanz-Preises" und des „Prinz-Heinrich-Preises" der Lüfte aus der Vorkriegszeit. Diese Veranstaltungen aus der Zeit der „Weimarer Republik" gilt es zu würdigen.
Die ersten Ansatzpunkte für die Fortsetzung der Tradition der „Zuverlässigkeitsflüge" finden sich im Oktober 1925. Der „Baden-Pfälzische Luftfahrtverein e. V." in Mannheim schrieb für den Juni 1926 einen „Süddeutschlandflug" aus (Südwestflug), der die Strecke Mannheim-Karlsruhe-Baden-Baden-Freiburg-Villingen-Konstanz-Stuttgart-Pforzheim - Bad Mergentheim-Würzburg-Frankfurt und Darmstadt berühren sollte. Später wurde eine Erweiterung nach Kempten-München-Augsburg und Nürnberg vorgenommen, wobei auch Teilstrecken, je nach den Gegebenheiten der vorhandenen Flugzeugtypen, geflogen werden konnten.
Die Veranstaltung wurde noch als „Flugrennen" bezeichnet, wobei bei der Bewertung deutsche Motorentypen den Vorrang erhalten sollten, was die Benützung ausländischer Fabrikate nicht ausschloß. Auch hier erkennt man den wirtschaftlichen Grundgedanken, der schon in den Jahren 1911 bis 1914 die „Zuverlässigkeitsflüge" bzw. die „Prinz-Heinrich-Flüge" bestimmte.
Die örtliche Ausrichtung lag in den bewährten Händen des „BVL"; die Stadt leistete einen Zuschuß von RM 1500.- und eine Spende von RM 500.- unter der Voraussetzung, daß die Maschinen, die Karlsruhe anfliegen, auch in Freiburg landen würden. Auch hier kam die zumindest auf flugtechnischem Gebiet bestehende starke Rivalität zwischen den Städten Karlsruhe und Freiburg zum Durchbruch. Am 5. 6.1926 landeten ca. 25 Flugzeuge von Villingen kommend in Freiburg, während die restlichen Maschinen am 6. 6. 1926 Freiburg als Wendemarke umfliegen mußten.
Trotzdem für die Veranstaltung 1926 die beteiligten Städte erhebliche Zuschüsse zahlen mußten, und auch die Länder Baden und Württemberg finanziell engagiert waren, sowie die organisatorischen und technischen Erwartungen des „Süddeutschlandfluges" erfüllt wurden, ließen weitere Veranstaltungen für den Flugplatz Freiburg auf sich warten.
Erst 1933 war wieder vorgesehen, den „Deutschlandflug" über Freiburg zu führen. Dieses Vorhaben wurde jedoch nicht wahrgemacht, so daß erst vom 31. 5.-1. 6. 1935 Freiburg wieder in den „Deutschlandflug" einbezogen wurde. Der Flugplatz war Zwangslande- und Übernachtungsplatz für etwa 154 Maschinen. Interessant ist bei dieser Gelegenheit einmal ein Blick auf die beteiligten Gruppen zu werfen. Von 39 Fliegergruppen aus dem gesamten Reichsgebiet belegte die Gruppe Karlsruhe den 22. und die Gruppe Mannheim den 26. Platz. Die zwei Maschinen aus Freiburg konnte der Verfasser nicht platziert finden.
Für die starke fliegerische Aktivität im Lande Baden an sich kein überzeugendes Ergebnis.
Auch an diesem „Deutschlandflug" engagierte sich die Stadt finanziell, ließ dafür einen im gleichen Jahr geplanten „Werbeflugtag" jedoch ausfallen. Für die gute organisatorische Leistung beim „Deutschlandflug" 1935 bekam die Flughafenverwaltung unter Baurat List die „Bronze-Bernstein-Plakette" als Bodenorganisations-Preis. Die sich von 1937 bis 1939 anschließenden Veranstaltungen wurden bereits genannt.
(Anmerkung der Redaktion: am 23. - 24.6.2007 hatte wieder ein "Deutschlandflug" den Freiburger Flugplatz zum Ziel. 90 Flugzeuge waren angemeldet, aber nicht alle konnten wegen des schlechten Wetters den Flug antreten. Um so mehr erwiesen die angekommenen Besatzungen dem Freiburger Flugplatz zu seinem 100jährigen Bestehen ihre Referenz.
Der Deutschlandflug 2007 startete wird in Magdeburg.
mehr zum Deutschlandflug hier )
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