City-Flugplatz-Freiburg:

Sicherheitsausbau 2010 am Verkehrsflugplatz Freiburg gemäß EU-Verordnung.



Stichpunkte:
Land unterstützt Sicherheitsausbau 
Petiton gegen Ausbau abgelehnt 
Ambulanzflüge 
Anflugbefeuerung PAPI 
Nachtflugbegrenzung 
Ausbau Landebahn 16 
Schwelle (Aufsetzpunkt) 16 
Schwelle (Aufsetzpunkt) 34 
PAPI 
Resolution der EU zu kleinen Flugplätzen 

Die direkte Nähe zum Universitäts-Klinikum ist ein lebensrettender Vorteil: Mit solchen Flugzeugen (im Bild: "Beech King Air" Turbo-Prop Flugzeuge und ein Jet in Freiburg 2009) konnten bis zum Sicherheitsausbau nur in stark eingeschränktem Umfang Ambulanzflüge in Freiburg durchgeführt werden.
Nach dem von der EU geforderten Sicherheitsausbau können diese Flüge wieder normal in Freiburg stattfinden.



Fotos: © Möwe, R.Egler

Nach dem Umbau ist der Flugplatz wieder regulär in Betrieb (VFR Tag und Nacht)
Neue Bahnlängen und Betriebszeiten hier

Flughafen Freiburg



Oktober 2010: Die Piste ist für VFR-Flüge wieder in Betrieb

Flughafen Freiburg
5.6.: Nach wochenlanger Arbeit bei Hitze und Regen, die in den Erdlöchern für die Fundamente neben der Landebahn begonnen hatte, sind die Spezialisten der Firma Lucebit (lateinisch für "es wird leuchten!") auf dem Dach des Towers am Flugplatz Freiburg angekommen.
Das neue Kennfeuer hier macht aus dem Tower einen "Leucht-Turm".
Flughafen Freiburg
Das Licht des Flugplatz "Leucht-Turms" können anfliegende Flugzeuge schon aus vielen Kilometer Entfernung am typischen Blinken erkennen.

Flughafen Freiburg
4.10.: Das Gleitweg-Leitsystem "PAPI" wird installiert.
Flughafen Freiburg
Präzise Ausrichtung auf den Gleitpfad zur Schwelle
Flughafen Freiburg
Strahler, Linsen, farbige Gläser: Präzision im Innern der 4x2 PAPI-Geräte


Flughafen Freiburg

Flughafen Freiburg
3.10.2010: Selbst am Wochenende und bei Dunkelheit gehen die Arbeiten für die neuen Bahnmarkierungen voran und konnten abgeschlossen werden. Bei der Gelegenheit wird auch die neue Befeuerungsanlage getestet und hüllt die Nachtbaustelle in Licht.
Flughafen Freiburg
Die neue Schwelle 16 wird markiert
Für die hier anfallenden 520m² Farbfläche werden 320kg Farbe benötigt.

Flughafen Freiburg
Sanierung der Piste
Flughafen Freiburg
Stand der Bauarbeiten, 5.8.10: Die Tiefbauarbeiten sind abgeschlossen, 4 Bagger und 22 LKW bewegten über 6000m³ Erde und Kies, 15km Kabel wurden neu verlegt. Foto: die Bauzäune werden verladen.
Flughafen Freiburg
22.7.10: Die Gräben für die Kabel der Befeuerungsanlage sind geschlossen.
Flughafen Freiburg
Die Bahn wurde saniert und am Ende der Bahn ist das neue Bahnstück angebaut worden.
Landebahn "16" - Sicherheits-Auslaufstrecke gefordert


Zusätzliche Auslaufstrecke für Landung "16" von Norden
(Bild durch Anklicken vergrößern)
(c) Foto: Norbert Blau / Grafik: Bernhard Schnekenburger
www.city-flugplatz-freiburg.de


Das Land Baden-Württemberg unterstützt den Sicherheitsausbau am Flugplatz Freiburg mit 193000,- Euro.

Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner sagte am 31. Mai 2010 in Stuttgart:
"Der City-Flugplatz Freiburg ist eine wichtige Infrastruktureinrichtung für die Region Südlicher Oberrhein und stärkt den regionalen Wirtschaftsstandort. Außerdem ermöglicht er lebensrettende Transplantationsflüge für das Freiburger Universitäts-Klinikum. Mit der finanziellen Förderung trägt das Land zu einem weiterhin sicheren Flugbetrieb am City-Flugplatz Freiburg bei".

Die Verlängerung der Start- und Landebahn sei erforderlich, um den geltenden europarechtlichen Anforderungen an die verkehrstechnische Ausstattung des Verkehrslandeplatzes zu genügen. Die strengen europarechtlichen Betriebsvorschriften hätten dazu geführt, dass der Flugplatz Freiburg seit dem Jahr 2005 nur noch von kleineren Flugzeugen oder von Flugzeugen mit erheblich reduziertem Gesamtgewicht habe genutzt werden können. Hiervon seien auch die für die Universitätsklinik durchgeführten Organtransplantationsflüge betroffen.

"Mit den baulichen Maßnahmen wird ein weiterhin sicherer Flugverkehr gewährleistet. Vor allem werden die Möglichkeiten für lebensrettende Organtransplantationsflüge wieder erweitert", betonte Ministerin Gönner.
Neben der Verlängerung der Start- und Landebahn fördere das Land die Verbesserung der technischen Ausstattung des Flugplatzes. Damit würden zusätzliche Sicherheitsauflagen für den Nachtflug und für die Sichtweitenmessung erfüllt.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg. www.baden-wuerttemberg.de

Die wesentlichen Maßnahmen zum Sicherheitsausbau:

  • zusätzliche Sicherheitsauslaufstrecke: Rückverlegung der Schwelle (Aufsetzpunkt) "16" um 102 Meter nach Norden auf der vorhandenen Bahn (nur noch 150m statt wie bisher ca. 250m Piste bleiben ungenutzt) und Verlängerung der Bahn im Süden um 158 Meter, 98 Meter davon für die Landung nutzbar. Damit steht bei der Landung über die "16" eine um 200m längere Landebahn zur Verfügung (insgesamt dann ca. 1200m verfügbare Länge. Luftrechtlich relevante Daten sind der AIP zu entnehmen!). Das zulässige Höchstgewicht für Flugzeuge bleibt unverändert bei 10t, es können keine größeren Flugzeuge als bisher in Freiburg landen.
    Die Schwelle 34 bleibt unverändert, die verfügbare Länge 34 bei der Landung sind 1040m

  • Installation je einer optischen Anflugwinkel-Hilfe PAPI für die Landerichtungen 34 und 16

  • Installation eines Wolkenbasismeßgeräts und Sichtweitenmeßgeräts



Flugzeuge mit maximal 10t Startgewicht können in Freiburg operieren, hier ein Jet mit knapp 9,2t Startgewicht im Mai 2010 in Freiburg vor dem Ausbau. Größere Flugzeuge dürfen auch nach dem Ausbau in Freiburg nicht fliegen, weil die Gewichtsgrenze nicht geändert wird und der Ausbau lediglich der höheren Sicherheit der ohnehin hier fliegenden Flugzeuge dient. Für Flüge mit Organtransplantaten, Ärzten oder Patienten hatte die EU die zusätzliche Sicherheits-Ausrollstrecke zwingend vorgeschrieben.
Bild durch Anklicken vergrößern. © Foto: Bernhard Schnekenburger




Gegen den Ausbau war beim Landtag eine Petion eingereicht worden:

6. 5. 2010: Landtag zur Petiton gegen Sicherheitsausbau

Die "Freiburger Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm e.V." hatte sich mit Datum vom 06.05.2009 mit einer erneuten Petition an den Landtag von Baden-Württemberg gewandt. Ziel der Petition beinhaltete u.a. neben dem Verbot von Transplantationsflügen für die Unikliniken nachts die Verhinderung von Sicherheitsmaßnahmen (u.a. Verlängerung der Ausrollstrecke) am Verkehrslandeplatz Freiburg, die durch die europäische Vorschrift JAR-OPS 1 ausgelöst wurden.

Der Landtag stellte mit Drucksache 14/6125 im Wesentlichen folgendes fest (Auszug):

1. Die Flugplatz Freiburg-Breisgau GmbH hat die Erforderlichkeit der Maßnahme (Anmerkung: Landebahnverlängerung, Nachtfluggenehmigung) nachgewiesen und hat daher Anspruch auf den Erlass des Planfeststellungsbeschlusses.

2. Für die am Verkehrslandeplatz startenden und landenden Flugzeuge wird die Sicherheit damit wesentlich erhöht.

3. Die Flugplätze Basel, Lahr und Bremgarten sind von der Univeristätsklinik Freiburg zu weit entfernt und stellen daher keine dauerhaften Alternativen dar, Bremgarten verfügt zudem über keine Nachtfluggenehmigung.

4. Es ist sichergestellt, dass keine unzumutbare Beeinträchtigung der Nachtruhe der Bevölkerung eintritt.

5. Der Verkehrslandeplatz Freiburg ist für die Stadt ein wichtiges Instrument zur Wirtschaftsförderung.

6. Die besondere ökologische Funktion des Mooswaldes wurde .....hinreichend berücksichtigt. Dem von den Petenten angesprochenen Klimaschutzziel intakter Waldgebiete wird also Rechnung getragen.


Hergang:

Das Regierungspräsidiums Freiburg hatte mit Planfeststellungsbeschluss vom 02.04.2009 dem Antrag der Flugplatz Freiburg-Breisgau GmbH auf Sicherheitsausbau der Start- und Landebahn (Verlängerung ohne Erhöhung der maximalen Flugzeuggröße) und der Änderung der Betriebszeiten (eingeschränkte Nachtfluggenehmigung) stattgegeben. Der Bescheid wurde innerhalb der gesetzlichen Fristen nicht angefochten, er ist rechtswirksam.

In einem zweiten Schritt wird das Regierungspräsidium nun die geänderte Betriebsgenehmigung erlassen.

Aktueller Stand:
Die Bauarbeiten zum Landebahnausbau sind nach über 5-jähriger Planungs- und Genehmigungsphase am 6.10.2010 abgeschlossen worden.

Weiteres Vorgehen:
Das Innenministerium hatte neben der bereits vorgesehenen Landeanflughilfe in Richtung Süd zusätzlich weitere Sicherheitseinrichtungen - Landeanflughilfe in Landerichtung Nord, Wolkenhöhen- und Sichtweitenmeßgerät - zwingend beauflagt.

Nach Installtion und Abnahme dieser Einrichtungen wird der VFR-Nachtflugbetrieb genemigt werden. NOTAM beachten!
Neben dem Ausbau der Landebahn im Süden um 158 Meter wurde die Landeschwelle 16 im Norden um 102 Meter nach Norden auf der vorhandenen Bahn verlegt. Damit wird die Sicherheit deutlich erhöht; die Flugzeuge verfügen über eine um 260m bzw. 200m längere Start- und Landestrecke.

Optische Anflughilfe "PAPI"
Gleichzeitig wurde an der Schwelle 16 und 34 je eine Präzisionsanflugbefeuerung (PAPI) installiert. Für die Piloten ist diese Einrichtung insbesondere in den Abendstunden bzw. nachts eine wichtige Landehilfe, die ihnen den sicheren Sinkflug bis zur Landung signalisiert.

Die PAPI-Geräte wurden neben den Aufsetzpunkten der Landebahnen 16 und 34 aufgestellt und haben je vier Doppel-Strahler eingebaut. Diese Strahler erscheinen aus der Sicht des landenden Flugzeugs Rot oder Weiß, um dem Piloten den korrekten Anflugwinkel anzuzeigen.

Diese Anflughilfe dient lediglich der höheren Sicherheit bei zulässigen Anflügen bei guter Sicht bei Nacht.

Warum war der Ausbau der Landebahn "16" notwendig geworden?
Eine neue EU-Vorschrift für die verfügbare Landestrecke von Flugzeugen, die von Luftfahrtunternehmen betrieben werden, zwingt Flugplätze zum Nachweis einer zusätzlichen "Sicherheitsausrollstrecke". Das traf nur einen Teil der in Freiburg fliegenden Flugzeuge: Die meisten Flüge mit Geschäftsreisenden werden mit gecharterten oder betriebseigenen Geschäftsreiseflugzeugen durchgeführt, die weiterhin fliegen konnten. Ein Limit setzt bei solchen Flügen das seit den 70er Jahren in Freiburg zulässige Maximalgewicht von 10 Tonnen, das auch weiter bestehen bleibt.
Werden die Flugzeuge aber von einem Luftfahrtunternehmen für zahlende Passagiere betrieben, ist der neue Sicherheitszuschlag bei der Bahnlänge vorgeschrieben.
Und genau das hatte der Uni-Klinik und dem Freiburger Flugplatz seit 2005 große Probleme gebracht: Organtransporte oder Flüge mit Spezialisten der Uni-Klinik Freiburg werden von Luftfahrtunternehmen durchgeführt und durften deshalb seither nicht mehr in Freiburg landen, wenn sie von und zu weiter entfernten Städten (Wien, Madrid, Athen, Warschau, ...) gehen. Ambulanz- und Organflüge mussten mit kleineren Maschinen geflogen werden, deren Reichweite begrenzt ist.

Nicht etwa größere Flugzeuge als bisher sollten also in Freiburg landen können. Die Begrenzung des maximalen Startgewichts auf 10 Tonnen wird weiterhin bestehend bleiben und genau für diese Flugzeuge gilt die neue Sicherheitsausrollstrecke. Landungen größerer Flugzeuge als bisher verbieten sich von daher von selbst.
Die Flugzeuge, die bis 2005 schon zum Beispiel für Ambulanzflüge in Freiburg im Einsatz waren, sollen hier auch weiterhin landen können (oder entsprechende modernere Typen). Für diese ist die zusätzliche Notfall-Ausrollstrecke vorgeschrieben worden.

Eine fast groteske Situation, die nach der neuen EU-Verordnung entstanden war: Ein Flugzeug, zum Beispiel mit 7t Startgewicht, darf in Freiburg landen, wenn es für die eigene Firma fliegt. Die selben Maschine durfte aber seit der neuen EU-Verordnung nicht mehr hier landen, wenn sie zum Beispiel für eine Organspende, ein Ärzteteam oder einen Patienten gechartert wurde.
Das ist etwa so, als würde die EU plötzlich vorschreiben, dass Straßen, auf denen öffentliche Taxis fahren, einen breiteren Randstreifen benötigen, als wenn die selben Autos privat oder als Firmenfahrzeuge die Straße nutzen.

Anbau nur für Landungen von Norden
Die zusätzliche Sicherheits-Ausrollstrecke steht ausschließlich für Landungen von Norden her (über den Mooswald) auf der Piste 16 zur Verfügung und für Starts auf der 34 in Richtung Norden.

Die Schwelle 34 für Anflüge von der Stadt her hat sich nicht ändern: hier bleibt der Aufsetzpunkt unverändert - das längere Stück Piste ist für Anflüge von der Stadt her gesperrt. Die Landebahnlänge auf der Piste 34 beträgt 1040 Metern.



Der Sicherheitsausbau:
Möglich sind 260 Meter zusätzliche Startstrecke bzw. 200 Meter zusätzliche Ausrollstrecke durch zwei Maßnahmen: Erstens: der Landebahn "16" wurde innerhalb des vorhandenen Flugplatzgeländes in Richtung Stadt 158 Meter zusätzliche Sicherheits-Ausrollstrecke für Landungen von Norden (Mooswald) her angebaut, davon dürfen die Piloten 98 Meter kalkulieren (der Rest steht für Starts zur Verfügung).


158m neues Bahnstück im Auslauf der Landebahn "16"
(Bild durch Anklicken vergrößern)
(c) Foto: Norbert Blau / Grafik: Bernhard Schnekenburger / www.city-flugplatz-freiburg.de


Zweitens: Schwelle 16:
Der Aufsetzpunkt für Landungen vom Mooswald her auf der "16" liegt um 102 Meter weniger weit vom Bahnanfang entfernt. Es werden dadurch auf der vorhandenen Bahn 102 Meter Strecke weniger "verschenkt".
Aus Sicherheitsgründen werden außerdem laufend einzelne Bäume im Anflugweg entnommen, wenn diese in den Anflugsektor wachsen. Durch die größere Hinderinsfreiheit und mit der zusätzlichen optischen Anflughilfe (PAPI) wird so für das Landeverfahren eine deutlich höhere Sicherheit erreicht.


Zurückverlegung des "Versetzten Aufsetzpunktes 16" um 102m
(Bild durch Anklicken vergrößern)
(c) Foto: Norbert Blau / Grafik: Bernhard Schnekenburger / www.city-flugplatz-freiburg.de


Damit stehen dann ca. 1200 m für die Landung auf der "16" zur Verfügung (Vergleich: typische "Urlaubsflieger" oder Passagierflugzeuge im Linieneinsatz benötigen meist doppelt so lange Landestrecken)


Nachtflugbegrenzung
Im Zuge der Landebahnverlängerung wurde auch die "Nachtfluggenehmigung" diskutiert (obwohl von der Sache her kein Zusammenhang besteht). Da es grundsätzlich - und nicht nur für einzelne Fälle - erforderlich ist, dass Ambulanzflüge nachts in Freiburg landen können, war die bisherige Ausnahmeregelung nicht mehr rechtsgültig.
Zitat Innenminister BW, Rech: "Da der Nachtflug am Verkehrslandeplatz Freiburg auf unbestimmte Dauer gerichtet ist und es sich damit nicht mehr um eine ausnahmsweise Nutzung handelt, sind die Voraussetzungen für Ausnahmen nicht mehr gegeben." (Landtag von Baden-Württemberg, Drucksache 14 / 1725, Ausgegeben am 10.10.2007).
Es wird also nach Maßgabe es Ministeriums ein rechtlich solider Rahmen für die ohnehin erforderlichen Ambulanzflüge bei Nacht geschaffen.
Auch andere kommerzielle Flüge bei Nacht werden auf wenige Flüge im Jahr beschränkt bleiben und Starts bei Nacht erfolgen nach Norden über den Mooswald.

Ambulanzflüge am "Uni-Klinik-Flugplatz" Freiburg
Ambulanzflüge mit Ärzteteams, Patienten und Spenderorganen sind ein wichtiges Thema für die Freiburger Uni-Klinik und den City-Flugplatz-Freiburg.
Die direkte Lage neben der Uni-Klinik mit ihrer bundesweit mit führenden Spezialisierung auf Transplantationen von Herzen und Lungen verschafft den Patienten einen lebensrettenden Vorteil: Spenderorgane müssen sehr schnell beim Empfänger sein, auch wenn dieser 1000km weit weg auf die Organspende wartet.
Klarer Fall für den Einsatz von Flugzeugen. Wenn es auf jede Minute ankommt, ist die Entfernung zwischen Klinik und Flugplatz entscheidend.
Aber nicht nur die Nähe zur Klinik hilft Zeit sparen: die übersichtliche Struktur am Verkehrslandeplatz Freiburg erlaubt es einem einzelnen Flugleiter im Notdienst den Freiburger Flugplatz auch kurzfristig für Starts und Landungen bei Nacht sicher zu aktivieren - auf anderen Plätzen, z.B. Lahr, sind ganze Teams erforderlich.

Der Zeitvorteil gegenüber anderen Flugplätzen in der Region durch die direkte Nähe des Freiburger Flugplatzes, liegt bei über einer Stunde bei Tag und etwa zwei Stunden bei Nacht!
Bei einer möglichen Transportzeit von maximal etwa zwei Stunden für eine Organspende (plus Entnahme und Einsetzung in der Klinik), ist die Nähe des Freiburger Flugplatzes entscheidend für die Patientinnen und Patienten des Transplantationszentrums der Uniklinik Freiburg sowie des Herzzentrums in Bad Krozingen (der Flugplatz in Bremgarten ist nachts wegen fehlender Landebahnbefeuerung nicht nutzbar).

Seit die neue EU-Vorschrift für eine zusätzliche Sicherheits-Ausrollstrecke im gewerblichen Flugbetrieb galt, durften Ambulanzflüge in Freiburg im Vergleich zu vorher (vor 2005) jedoch nur noch in sehr eingeschränktem Maße landen. Nur kleinere und leichtere Flugzeuge mit eingeschränkter Reichweite und Geschwindigkeit waren noch zulässig - bis zum Sicherheitsausbau in Freiburg.
Ambulanzflug 4.Juni 2009 in Freiburg
Mit schnelleren Flugzeugen kann die Flugzeit z.B. von Bordeaux um eine halbe Stunde verkürzt werden, aus Madrid oder Bukarest gar um eine Stunde. Bei einer maximal möglichen Transportzeit (inklusive der zum Glück nur 10 Minuten vom City-Flugplatz-Freiburg zur Uni-Klinik) von ca. 2 Stunden, kann dieser Zeitvorteil entscheidend sein. Viele Städte sind erst nach dem Ausbau wieder erreichbar.

Informationen über Amblulanzflüge in Freiburg hier 
Informationen zu Flugzeiten von und nach Freiburg City-Airport im Vergleich hier 


EU-Forderungen
Mit der zusätzlichen Auslaufstrecke an der Landebahn am City-Flugplatz entspricht Freiburg nicht nur den Anforderungen der EU an längere Landestrecken für kommerzielle Flüge (Ambulanzflüge), sondern auch einer Resolution der EU zur Förderung der "Allgemeinen Luftfahrt" vom Februar 2009. In dieser Resolution fordert das Europa-Parlament mit einer Mehrheit von 86,7% Investitionen in kleine und mittlere Flughäfen und unterstreicht deren soziale und wirtschaftliche Bedeutung..
(mehr zur EU-Resolution im Editorial)

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Lesen Sie dazu auch: Petition gegen die Landebahnverlängerung: Petition 

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EU fordert Sicherheitsausbau und Investition in regionale Verkehrslandeplätze:
Mit dem Anbau einer extra Sicherheits-Auslaufstrecke der Landebahn am City-Flugplatz entspricht Freiburg nicht nur den Anforderungen der EU an längere Landestrecken für kommerzielle Flüge (Ambulanzflüge), sondern auch einer Resolution der EU zur Förderung der "Allgemeinen Luftfahrt" vom Februar 2009. In dieser Resolution fordert das Europa-Parlament mit einer Mehrheit von 86,7% Investitionen in kleine und mittlere Flughäfen und unterstreicht deren soziale und wirtschaftliche Bedeutung.

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