"Start" in Freiburg:
Piloten- und Luftfahrtkarrieren:

Flugversuchs-Ingenieur Michael Herr aus Freiburg



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Mondlandung als "Zündung"

Hier erzählt Michael Herr seine Laufbahn:
"Mit 11 Jahren verfolgte ich gebannt am Schwarz-Weiß Fernseher die erste Mondlandung. Von diesem Moment an war ich vom "Luftfahrt-Virus" infiziert.
Für mich war klar: Ich werde Pilot oder Astronaut oder ähnliches.
Ohne die Möglichkeiten am Freiburger Flugplatz schon sehr jung zu arbeiten, mich auszubilden und fliegerisch weiterzuentwickeln, wäre dieser angestrebte Weg nicht möglich gewesen.
Besonderem Dank bin ich hierbei Heinz Harter verpflichtet, der mir quasi als Mentor die Tür zur Fliegerei geöffnet hat.

In der Flugschule Harter konnte ich das Metier von der Pike auf erlernen:
Neben Gymnasium und später Flugzeugbau-Studium habe ich in jeder freien Minute Flugzeuge getankt, gewaschen, Werbe-Banner geknüpft, in der Wartung und im Büro ausgeholfen, mit 14 Jahren die erste Rollerlaubnis und Sprechfunkzeugnis erstanden, mit 18 Jahren die Privatpilotenlizenz erworben, als Absetzpilot für Fallschirmspringer beim Breisgauverein für Fallschirmsport Flugstunden gesammelt, mit 20 Jahren die Fluglehrerlizenz erworben

1986 verließ ich dann, nach erfolgreichem Abschluss des Ingenieurstudiums und Ableistung des Wehrdienstes beim Immelmann-Geschwader in Bremgarten, mein geliebtes Freiburg in Richtung München.

Bei Messerschmitt-Bölkow-Blohm MBB (heute EADS) in Ottobrunn begann ich als Ingenieur in Luftfahrt-Großprogrammen zu arbeiten.
1989 bekam ich dann das einmalige Angebot zur Ausbildung als Flugversuchs-Ingenieur an einer Testpilotenschule in den USA.
Dies war psychisch und physisch vielleicht die größte Herausforderung meiner Luftfahrtkarriere.

Danach war ich als Flugversuchsingenieur im Flugerprobungszentrum der EADS in Manching in mehreren Entwicklungsprogrammen, z.B. RANGER 2000 und EUROFIGHTER tätig. Dabei habe ich alle Höhen und Tiefen einer Flugerprobung hautnah miterleben dürfen (z.B. Erstflug RANGER 2000) oder müssen (Absturz eines Prototypen mit Todesfolge).
Vor 5 Jahren wechselte ich von den Hochleistungsjets zu den Drehflüglern, wo ich bis heute als Leiter der Flugerprobung EUROCOPTER Deutschland in Donauwörth tätig bin.

Im Laufe der Zeit erlangte ich weitere Lizenzen wie z.B. Wasserflug- und Kunstfluglizenz. Als fliegerischer Leckerbissen der besonderen Art, weil das Flugzeug fast ein luftfahrthistorisches Unikat darstellt, genieße ich das Fliegen der Messerschmitt Me108 "Taifun" der Messerschmitt-Stiftung. Wie mir überhaupt fliegende Oldtimer-Flugzeuge am Herz liegen. So ist das "Cabrio-Fliegen" mit meiner gemütlichen Piper Cub, Baujahr 1944, bei 120 km/h und offener Tür nicht nur für meine 11jährige Tochter als Co-Pilotin "cool", sondern auch für mich Antipol zur modernen, Computergestützten Fliegerei mit der ich täglich im Beruf zu tun habe.

Den Kontakt zu Freiburg und dem Flugplatz habe ich nie, trotz neuem Lebensmittelpunkt in Bayern, abbrechen lassen. Sporadische Tätigkeit als Fluglehrer bei der Flugschule Harter und die Stationierung der eigenen Piper Cub sind Beispiele für die tiefe Verwurzelung mit dem Freiburger Flugplatz und die Verbindung zu einigen Fliegerkameraden.

Für meine gesamte berufliche Karriere bei der EADS bis zu meiner jetzigen Position als Leitender Angestellter, waren die über viele Jahre in Freiburg erlangten Kenntnisse und Erfahrungen essentiell."


Als Pilot der Messerschmitt-Stiftung bringt Michael Herr die Me 108 (Original aus den 40er-Jahren!) zum Flugtag vom 21.7. - 22.7 anläßlich des 100-jährigen Jubiläums des Freiburger Flugplatzes nach Freiburg



Als Fluglehrer 1978 beim betanken einer "Cessna 182"


Diplomarbeit 1986 "Speed Canard"


1989, Ausbildung an der National Test Pilot School, USA


Flugversuchs-Ingenieur 1989-1992 "Tornado"


Senior Flight Test Ingenieur 1992-1995 "Ranger 2000"


Head of German TestTeam 1996 - 2001 "Eurofighter"


seit 2002: Vice President Flight Test EUROCOPTER Deutschland

alle Fotos: © Michael Herr

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